| Name: mauerblümchen |
02.12.2004 - 06:51    |
Die Begeisterung ist das tägliche Brot der Jugend. Die Skepis ist der tägliche Wein des Alters. Wilhelm Busch |
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| Name: Laura |
27.11.2004 - 18:01    |
Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, Er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, Die Krallen scharf, die Augen gluh. Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher. Der Vogel denkt: Weil das so ist Und weil mich doch der Kater frißt, So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquilieren Und lustig pfeifen wie zuvor. Der Vogel, scheint mir, hat Humor. Wilhelm Busch |
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| Name: Laura |
27.11.2004 - 18:00    |
Es sitzt ein Vogel auf dem Leim, Er flattert sehr und kann nicht heim. Ein schwarzer Kater schleicht herzu, Die Krallen scharf, die Augen gluh. Am Baum hinauf und immer höher Kommt er dem armen Vogel näher. Der Vogel denkt: Weil das so ist Und weil mich doch der Kater frißt, So will ich keine Zeit verlieren, Will noch ein wenig quinquilieren Und lustig pfeifen wie zuvor. Der Vogel, scheint mir, hat Humor. Wilhelm Busch |
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| Name: mauerblümchen |
23.01.2004 - 16:07   |
Das Brot Er saß beim Frühstück äußerst grämlich, Da sprach ein Krümchen Brot vernehmlich: "Aha, so ist es mit dem Orden Für diesmal wieder nichts geworden. Ja, Freund, wer seinen Blick erweitert Und schaut nach hinten und nach vorn, Der preist den Kummer, der ihn läutert. Ich selber war ein Weizenkorn. Mit vielen, die mir anverwandt, lag ich im lauen Ackerland. Bedrückt von einem Erdenkloß, macht' ich mich mutig strebend los. Gleich kam ein alter Has gehupft und hat mich an der Nas gezupft, und als es Winter ward, verfror, was peinlich ist, mein linkes Ohr, und als ich reif mit meiner Sippe, o weh, da hat mit seiner Hippe der Hans uns rundweg abgesäbelt und zum Ersticken festgeknebelt und auf die Tenne fortgeschafft, wo ihrer vier mit voller Kraft im regelrechten Flegeltakte uns klopften, daß die Scharte knackte! Ein Esel trug uns in die Mühle. Ich sage dir, das sind Gefühle, wenn man, zerrieben und gedrillt zum allerfeinsten Staubgebild', sich kaum besinnt und fast vergißt, ob Sonntag oder Montag ist. Und schließlich schob der Bäckermeister, nachdem wir erst als zäher Kleister in seinem Troge baß gehudelt, vermengt, geknebelt und vernudelt, uns in des Ofens höchste Glut. Jetzt sind wir Brot. Ist das nicht gut? Frischauf, du hast genug, mein Lieber, greif zu und schneide nicht zu knapp und streiche tüchtig Butter drüber und gib den andern auch was ab ! Wilhelm Busch |
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| Name: mauerblümchen |
22.01.2004 - 07:16   |
Will das Glück nach seinem Sinn Dir was Gutes schenken, Sage Dank und nimm es hin Ohne viel Bedenken. Jede Gabe sei begrüßt, Doch vor allen Dingen: Das worum du dich bemühst, Möge dir gelingen. |
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| Name: mauerblümchen |
21.01.2004 - 18:31   |
Der Nöckergreis Ich ging zum Wein und ließ mich nieder Am langen Stammtisch der Nöckerbrüder. Da bin ich bei einem zu sitzen gekommen, Der hatte bereits das Wort genommen. "Kurzum" - so sprach er - "ich sage bloß, Wenn man den alten Erdenkloß, Der, täglich teilweis aufgewärmt, Langweilig präzis um die Sonne schwärmt, Genau besieht und wohl betrachtet Und, was darauf passiert, beachtet, So findet man, und zwar mit Recht, Daß nichts so ist, wie man wohl möchte. Da ist zuerst die Hauptgeschicht: Ein Bauer traut dem andern nicht. Ein jeder sucht sich einen Knittel, Ein jeder polstert seinen Kittel, Um bei dem nächsten Tanzvergnügen Gewappnet zu sein und obzusiegen, Anstatt bei Geigen- und Flötenton, Ein jeder mit seiner geliebten Person, Fein sittsam im Kreise herumzuschweben. Aber nein! Es muß halt Keile geben. Und außerdem und anderweitig: Liebt man sich etwa gegenseitig? Warum ist niemand weit und breit Im vollen Besitz der Behaglichkeit? Das kommt davon, es ist hinieden Zu vieles viel zu viel verschieden. Der eine fährt Mist, der andre spazieren; Das kann ja zu nichts Gutem führen, Das führt, wie man sich sagen muß, Vielmehr zu mehr und mehr Verdruß. Und selbst, wer es auch redlich meint, Erwirbt sich selten einen Freund. Wer liebt z. B. auf dieser Erde, Ich will mal sagen, die Steuerbehörde? Sagt sie: Besteuern wir das Bier, So macht's den Christen kein Pläsier. Erwägt sie dagegen die Steuerkraft Der Börse, so trauert die Judenschaft; Und alle beide, so Jud wie Christ, Sind grämlich, daß diese Welt so ist. Es war mal 'ne alte runde Madam, Deren Zustand wurde verwundersam. Bald saß sie grad, bald lag sie krumm, Heut war sie lustig und morgen frumm; Oft aß sie langsam, oft aber so flink, Wie Heinzmann, eh er zum Galgen ging. Oft hat sie sogar ein bissel tief Ins Gläschen geschaut, und dann ging's schief. Sodann zerschlug sie mit großem Geklirr Glassachen und alles Porzellangeschirr. Da sah denn jeder mit Schrecken ein: Es muß wo was nicht in Ordnung sein. Und als sich versammelt die Herren Doktoren, Da kratzten dieselben sich hinter den Ohren. Der erste sprach: "Ich befürchte sehr, Es fehlt der innere Durchgangsverkehr; Die Gnädige hat sich übernommen; Man muß ihr purgänzlich zu Hilfe kommen." Der zweite sprach: "O nein, mitnichten. Es handelt sich hier um Nervengeschichten." "Das ist's" - sprach der dritte - "was ich auch ahne; Man liest zu viele schlechte Romane." "Oder" - sprach der vierte - "sagen wir lieber, Man hat das Schulden- und Wechselfieber." "Ja" - meinte der fünfte - "das ist es eben; Das kommt vom vielen Lieben und Leben." "O weh" - rief der sechste - "der Fall ist kurios; Am End ist die oberste Schraube los." "Ha" - schrie der letzte - "das alte Weib Hat unbedingt den Teufel im Leib; Man hole sogleich den Pater her, Sonst kriegen wir noch Malör mit der." Der Pater kam mit eiligen Schritten; Es tät den Teufel nicht lange bitten; Er spricht zu ihm ein kräftiges Wort: "Raus raus, und hebe dich fort, Du Lügengeist, Der frech und dreist Sich hier in diesen Leib gewagt!" "I mag net!" - hat der Teufel gesagt. Hierauf - doch lassen wir die Späß, Denn so was ist nicht sachgemäß. Ich sage bloß, die Welt ist böse. Was soll zum Beispiel das Getöse, Was jetzt so manche Menschen machen Mit Knallbonbons und solchen Sachen. Man wird ja schließlich ganz vertattert, Wenn's immer überall so knattert. Das sollte man wirklich solchen Leuten Mal ernstlich verbieten und zwar beizeiten, Sonst sprengen uns diese Schwerenöter Noch kurz und klein bis hoch in den Äther, Und so als Pulver herumzufliegen, Das ist grad auch kein Sonntagsvergnügen. Wie oft schon sagt ich: "Man hüte sich." Was hilft's? Man hört ja nicht auf mich. Ein jeder Narr tut, was er will. Na, meinetwegen! Ich schweige still!« So räsonierte der Nöckergreis. Uns aber macht er so leicht nichts weis; Und ging's auch drüber oder drunter, Wir bleiben unverzagt und munter. Es ist ja richtig: Heut pfeift der Spatz Und morgen vielleicht schon holt ihn die Katz; Der Floh, der abends krabbelt und prickt, Wird morgens, wenn's möglich, schon totgeknickt; Und dennoch lebt und webt das alles Recht gern auf der Kruste des Erdenballes. Froh hupft der Floh. Vermutlich bleibt es noch lange so. |
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| Name: mauerblümchen |
21.01.2004 - 09:35   |
Dies für den und das für jenen. Viele Tische sind gedeckt. Keine Zunge soll verhöhnen, was der andern Zunge schmeckt. Lasse jedem seine Freuden, gönn ihm, dass er sich erquickt, wenn er sittsam und bescheiden auf den eig'nen Teller blickt. Wenn jedoch bei Deinem Tisch er unverschämt Dich neckt und stört, dann gib Du ihm einen Wischer, dass er merkt, was sich gehört. Wilhelm Busch |
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| Name: mauerblümchen |
21.01.2004 - 09:30   |
Nörgeln ist das Allerschlimmste, keiner ist davon erbaut; keiner fährt, und wär's der Dümmste, gern aus seiner werten Haut. |
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| Name: mauerblümchen |
21.01.2004 - 09:26   |
Die erste Tante sprach: Wir müssen nun auch dran denken, was wir zu ihrem Namenstag dem guten Mädchen schenken. Darauf sprach die zweite Tante kühn: Ich schlage vor, wir entscheiden uns für ein Kleid aus Erbsengrün, das mag das Mädchen nicht leiden. der dritten Tante war das recht: Ja, sprach sie, mit gelben Ranken! Ich weiß, sie ärgert sich nicht schlecht und - muß sich auch noch bedanken! (Wilhelm Busch) |
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| Name: mauerblümchen |
20.01.2004 - 11:01   |
Das Glöcklein im Walde Ein Kirchlein steht im Waldrevier, Da klingt ein Glöcklein für und für, Das Glöcklein läutet bim, bim! Ein Knabe und ein Mägdelein, Die wandeln da im Abendsein, Im Frühlingswinde rauscht der Baum, Die zwei, sie wandeln wie im Traum. Das Glöcklein läutet bim, bim! Der Knabe sprach: O Mägdlein lieb! Warum bist du so still und trüb? Das Glöcklein läutet bim, bim! Die Maid, sie sprach: Ich bin so stumm Und weiß doch selber nicht warum. Mein Herz das klopft und will nicht ruhn Als sollt' ich etwas Böses tun, Und ist mir wieder doch so wohl, So wonniglich, so ahnungsvoll! Bald möcht' ich dies, bald möcht' ich das Ich möchte wohl und – weiß nicht was. Das Glöcklein läutet bem, bem! Der Knabe zu derselben Stund Der küßt die Maid wohl auf den Mund; Das Glöcklein läutet bem, bem! Im Abendwinde rauscht der Baum, Die Zwei, sie wandeln wie im Traum, Das Gras ist grün, der Wald ist dicht, Ich sah die zwei – und seh sie nicht. Das Glöcklein läutet bum, bum! Das Glöcklein klingt bald dumpf, bald klar, So lieb, so süß, so wunderbar, Bim bim, bem bem, bum bum! |
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