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Insgesamt 8 Einträge (1 - 8)
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| Name: mauerblümchen |
09.03.2004 - 21:06   |
Heute am 10.März Ein feuchter März ist des Bauern Schmerz Der März soll wie ein Wolf kommen und wie ein Lamm gehen Fürchte nicht den Schnee im März, darunter wohnt ein warmes Herz Wenn im März viel Winde weh'n, wird's im Mai dann warm und schön Wenn der März zum April wird, so wird der April zum März Ein grüner März bringt selten etwas Gutes. Auf Märzenregen folgt kein Segen Soviel Nebeltage im März, soviel Frosttage im Mai |
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| Name: mauerblümchen |
28.01.2004 - 05:02   |
Die ganze Welt ist jetzt, o weh, Winter. Du lieber Frühling! Wohin bist du gegangen? Noch schlägt mein Herz, was deine Vögel sangen. Die ganze Welt war wie ein Blumenstrauß, längst ist das aus! Die ganze Welt ist jetzt, o weh, Barfüßle im Schnee. Die schwarzen Bäume stehn und frieren, im Ofen die Bratäpfel musizieren, das Dach hängt voll Eis. Und doch: bald kehrst du wieder, ich weiß, ich weiß! Bald kehrst du wieder, o nur ein Weilchen, und blaue Lieder duften die Veilchen! (Arno Holz) |
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| Name: mauerblümchen |
28.01.2004 - 04:56   |
Die Nachtigall Das macht, es hat die Nachtigall Die ganze Nacht gesungen; Da sind von ihrem süßen Schall, Da sind in Hall und Widerhall Die Rosen aufgesprungen. Sie war doch sonst ein wildes Kind; Nun geht sie tief in Sinnen, Trägt in der Hand den Sommerhut Und duldet still der Sonne Glut, Und weiß nicht, was beginnen. Das macht, es hat die Nachtigall Die ganze Nacht gesungen; Da sind von ihrem süßen Schall, Da sind in Hall und Widerhall Die Rosen aufgesprungen. Theodor Storm (1817 - 1888) |
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| Name: mauerblümchen |
16.01.2004 - 17:02   |
Een Boot is noch buten! »Ahoi! Klas Nielsen und Peter Jehann! Kiekt nach, ob wi noch nich to Mus sind! Ji hewt doch gesehn den Klabautermann? Gottlob, dat wi wedder to Hus sind!« Die Fischer riefen's und stießen ans Land und zogen die Kiele bis hoch auf den Strand, dumpf an rollten die Fluten; Han Jochen aber rechnete nach und schüttelte finster sein Haupt und sprach: »Een Boot is noch buten!« Und ernster keuchte die braune Schar dem Dorf zu über die Dünen; schon grüßten von fern mit zerwehtem Haar die Frau'n an den Gräbern der Hünen. Und »Korl!« hieß es und »Leiw Marie!« »'t is doch man schön, dat ji wedder hie!« Dumpf an rollten die Fluten - »Un Hinrich, min Hinrich? Wo is denn dee?!« Und Jochen wies in die brüllende See: »Een Boot is noch buten!« Am Ufer dräute der Möwenstein, drauf stand ein verrufnes Gemäuer, dort schleppten sie Werg und Strandholz hinein und gossen Öl in das Feuer. Das leuchtete weit in die Nacht hinaus und sollte rufen: O komm nach Haus! Dumpf an rollten die Fluten - Hier steht dein Weib in Nacht und Wind und jammert laut auf und küßt dein Kind: »Een Boot is noch buten!« Doch die Nacht verrann, und die See ward still, und die Sonne schien in die Flammen, da schluchzte die Ärmste: »As Gott will!« und bewußtlos brach sie zusammen! Sie trugen sie heim auf schmalem Brett, dort liegt sie nun fiebernd im Krankenbett, und draußen plätschern die Fluten; dort spielt ihr Kind, ihr »lütting Jehann«, und lallt wie träumend dann und wann: »Een Boot is noch buten!« - |
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| Name: mauerblümchen |
02.01.2004 - 19:14   |
RINALDO RINALDINI 1. In des Waldes tiefsten Gründen In den Höhlen tief versteckt In den Höhlen tief versteckt :: Schläft der Räuber allerkühnster : Bis ihn seine Rosa weckt Bis ihn seine Rosa weckt 2. «Rinaldini», ruft sie schmeichelnd «Rinaldini, wache auf! Deine Leute sind schon munter Längst ging schon die Sonne auf» 3. Und er öffnet seine Augen Lächelt ihr den Morgengruß Sie sinkt sanft in seine Arme Und erwidert seinen Kuß 4. Draußen bellen laut die Hunde Alles strömet hin und her Jeder rüstet sich zum Streite Ladet doppelt sein Gewehr 5. Unsre Feinde sind gerüstet Ziehen gegen uns heran Nun wohlan, sie sollen sehen Wie der Waldsohn fechten kann 6. Laßt uns fallen oder siegen Alle rufen: «Wohl es sei!» Und es tönen Berg und Wälder Ringsumher vom Feldgeschrei 7. Seht sie fechten, seht sie streiten Jetzt verdoppelt sich ihr Mut Aber ach, sie müssen weichen Und vergebens strömt ihr Blut 8. Rinaldini, eingeschlossen Haut sich mutig kämpfend durch Und erreicht im finstern Walde Eine alte Felsenburg 9. «Rinaldini, lieber Räuber Raubst den Weibern Herz und Ruh Ach, wie schrecklich in dem Kampfe Wie verliebt im Schoß bist du» |
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| Name: mauerblümchen |
02.01.2004 - 18:43   |
Die Brück' am Tay "Wann treffen wir drei wieder zusamm'?"; "Um die siebente Stund', am Brückendamm."; "Am Mittelpfeiler."; "Ich lösch die Flamm'."; "Ich mit."; "Ich komme vom Norden her."; "Und ich vom Süden."; "Und ich vom Meer."; "Hei, das gibt ein Ringelreihn, und die Brücke muß in den Grund hinein."; "Und der Zug, der in die Brücke tritt um die siebente Stund'?"; "Ei, der muß mit."; "Muß mit."; "Tand, Tand ist das Gebild von Menschenhand."; Auf der Norderseite, das Brückenhaus - alle Fenster sehen nach Süden aus, und die Brücknersleut', ohne Rast und Ruh und in Bangen sehen nach Süden zu, sehen und warten, ob nicht ein Licht übers Wasser hin "ich komme" spricht, "ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug, ich, der Edinburger Zug."; Und der Brückner jetzt: "Ich seh einen Schein am andern Ufer. Das muß er sein. Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum, unser Johnie kommt und will seinen Baum, und was noch am Baume von Lichtern ist, zünd alles an wie zum heiligen Christ, der will heuer zweimal mit uns sein, - und in elf Minuten ist er herein."; Und es war der Zug. Am Süderturm keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm, und Johnie spricht: "Die Brücke noch! Aber was tut es, wir zwingen es doch. Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf, die bleiben Sieger in solchem Kampf, und wie's auch rast und ringt und rennt, wir kriegen es unter: das Element. Und unser Stolz ist unsre Brück'; ich lache, denk ich an früher zurück, an all den Jammer und all die Not mit dem elend alten Schifferboot; wie manche liebe Christfestnacht hab ich im Fährhaus zugebracht und sah unsrer Fenster lichten Schein und zählte und konnte nicht drüben sein."; Auf der Norderseite, das Brückenhaus - alle Fenster sehen nach Süden aus, und die Brücknersleut' ohne Rast und Ruh und in Bangen sehen nach Süden zu; denn wütender wurde der Winde Spiel, und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel, erglüht es in niederschießender Pracht überm Wasser unten... Und wieder ist Nacht. "Wann treffen wir drei wieder zusamm'?"; "Um Mitternacht, am Bergeskamm."; "Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm."; "Ich komme."; "Ich mit."; "Ich nenn euch die Zahl."; "Und ich die Namen."; "Und ich die Qual."; "Hei! Wie Splitter brach das Gebälk entzwei."; "Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand"; Theodor Fontane (1819-1898) |
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| Name: mauerblümchen |
02.01.2004 - 06:59   |
GESCHICHTE DER POESIE von Novalis Wie die Erde voller Schönheit blühte, Sanft umschleiert von dem Rosenglanz Ihrer Jugend und noch bräutlich glühte Aus der Weihumarmung, die den Kranz Ihrer unenthüllten Kindheit raubte, Jeder Wintersturm die Holde mied, O! da säuselte durch die belaubte Myrte Zephir sanft das erste Lied. Eva lauschte im Gebüsch daneben Und empfand mit Jugendphantasie Dieser Töne jugendliches Leben Und die neugeborne Harmonie, Süßen Trieb empfand auch Philomele Leise nachzubilden diesen Klang; Mühelos entströmet ihrer Kehle Sanft der göttliche Gesang. Himmlische Begeisterung floss hernieder In der Huld in rein gestimmte Brust, Und ihr Mund ergoss in Freudenlieder Und in Dankgesängen ihre Lust, Tiere, Vögel, selbst die Palmenäste Neigten staunender zu ihr sich hin, Alles schwieg, es buhlten nur die Weste Froh um ihre Schülerin. Göttin Dichtkunst kam in Rosenblüte Hoher Jugend eingehüllt herab Aus dem Äther, schön wie Aphrodite, Da ihr Ozean das Dasein gab. Goldne Wölkchen trugen sie hernieder, Sie umfloss der reinste Balsamduft, Kleine Genien ertönten Lieder In der tränenlosen Luft. |
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| Name: Hannelore Lüdtke |
30.12.2003 - 08:33   |
Der Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) Hat der alte Hexenmeister Sich doch einmal wegbegeben! Und nun sollen seine Geister Auch nach meinem Willen leben. Seine Wort´ und Werke Merkt ich und den Brauch, Und mit Geistesstärke Tu´ ich Wunder auch. Walle! walle Manche Strecke, Dass, zum Zwecke, Wasser fließe Und mit reichem, vollem Schwalle Zu dem Bade sich ergieße. Und nun komm, du alter Besen! Nimm die schlechten Lumpenhüllen; Bist schon lange Knecht gewesen: Nun erfülle meinen Willen! Auf zwei Beinen stehe, Oben sei ein Kopf, Eile nun und gehe Mit dem Wassertopf! Walle! walle Manche Strecke, Dass, zum Zwecke, Wasser fließe Und mit reichem, vollem Schwalle Zu dem Bade sich ergieße. Seht, er läuft zum Ufer nieder, Wahrlich! ist schon am dem Flusse, Und mit Blitzesschnelle wieder Ist er hier mit raschem Gusse. Schon zum zweiten Male! Wie das Becken schwillt! Wie sich jede Schale Voll mit Wasser füllt! Stehe! stehe! Denn wir haben Deiner Gaben Vollgemessen! - Ach, ich merk es! Wehe! wehe! Hab ich doch das Wort vergessen! Ach, das Wort, worauf am Ende Er das wird, was er gewesen. Ach, er läuft und bringt behende! Wärst du doch der alte Besen! Immer neue Güsse Bringt er schnell herein, Ach! und hundert Flüsse Stürzen auf mich ein. Nein, nicht länger Kann ich´s lassen; Will ihn fassen. Das ist Tücke Ach! nun wird mir immer bänger Welche Miene! welche Blicke! O, du Ausgeburt der Hölle! Soll das ganze Haus ersaufen? Seh´ ich über jeder Schwelle Doch schon Wasserströme laufen. Ein verruchter Besen, Stock, der du gewesen, Steh doch wieder still! Willst am Ende Gar nicht lassen? Will dich fassen, Will dich halten Und das Holz behende Mit scharfen Beile spalten. Seht, do kommt er schleppend wieder! Wie ich mich nur auf dich werfe, Gleich, o Kobold, liegst du nieder; Krachend trifft die glatte Schärfe. Wahrlich! brav getroffen! Seht, er ist entzwei! Und nun kann ich hoffen, Und atme frei! Wehe! wehe! Beide Teile Steht in Eile Schon al Knechte Völlig fertig in die Höhe! Helft mir, ach! ihr hohen Mächte! Und sie laufen! Nass und nässer. Wird´s im Saal und auf den Stufen. Welch entsetzliches Gewässer! Herr und Meister! hör mich rufen! - Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister Werd ich nun nicht los. " In die Ecke, Besen! Besen! Seid ´s gewesen. Denn als Geister Ruft euch nur, zu diesem Zwecke, Erst hervor, der alte Meister." |
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